Chronik

Gründungsmitglieder

Gründungsmitglieder

Gründungszeit
„Sitt und Tracht der Alten wollen wir erhalten“ – mit diesem Gedanken gründete 1883 in Bayerischzell Lehrer Vogl den ersten Verein, um die Tracht zu erhalten und zu pflegen. Um 1890 wurden auch im Chiemgau die ersten Trachtenvereine gegründet und einer der ersten entstand im Juni 1892 über die Gründungsfeier folgendes: Das letzten Sonntag dahier stattgefundene Gründungsfest des Vereines zu Erhaltung der Volkstracht in hiesiger Stadt ist in allen Theilen des Programmes glänzend verlaufen. Das Fest durch mehrere auswärtige Vereine verherrlichtund bot den Nachmittags 2 Uhr stattgehabte Zug durch die Stadt mit der hiesigen Stadtkapelle an der Spitze einen prächtigen Anblick. Auf dem schön und sinnig gezierten Festplatze „Haiders Bierhalle“ entwickelte sich Nachmittags ein reges Treiben und wurden vorzüglich die aufgeführten Schuhplattlertänze besonders von den Fremden mit Wohlgefallen aufgenommen. Dem Wirtschaftspächter Herrn Foisinger gebührt vollster Dank für sein freundliches Entgegenkommen, seiner guten Küche und Getränke“.

Wie aus dem Anzeigenteil des Blattes zu entnehmen ist, war die Gründungsfeier am Sonntag, den 21. August 1892 in „Haiders Bierhalle“. Das Gründungsfest wurde eingeleitet mit einem Konzert der Traunsteiner Musikkapelle, mit Gesang, Vorträgen, Preisplattln und Vorführungen von Trachtentänzen.

Der damalige Verein nannte sich die „Hochfellner“ nach unserem bekannten Berg im Chiemgau. Nachdem dieser Verein nur Bürger der Stadt und nicht Leute aus der näheren Umgebung aufnahm, kam es bald zu erheblichen Zwistigkeiten. Eine Anzahl der Mitglieder verließ den Verein und gründete 1894 den heutigen GTEV „Trauntal“ Traunstein. Die „Trauntaler“ –Trachtler nahmen auch die umliegenden Burschen, Männer und Frauen in ihren Verein auf, die der Trachtensache positiv gegenüberstanden. Der erstgenannte Verein „D´Hochfellner“ wurde Ende des Jahres aufgelöst und mit dem „Traunaler“ –Verein verschmolzen. 1894 traten die „Trauntaler“ dem Gauverband I bei, der zugleich seinen Sitz in Traunstein hat.

Fahnenweihe, Gaufeste und Jubiläen

Höhepunkte in der Vereinsgeschichte waren die Fahnenweihen in den Jahren 1904 und 1949. Den „Göd“ machten jeweils die Heutauer Trachtler, die sich auch 1992 bei der dritten Fahnenweihe wieder bereiterklärten, die Patenstelle zu übernehmen. Die „Trauntaler“ machten den Göd bei folgenden Vereinen: Lauter, Truchtlaching, „Miesenbach“ Ruhpolding, Seebruck, Hochberg, Nußdorf und Wasentegernbach.

Erstmals richtete der Verein im Jahre 1904 das Gaufest des Gauverbandes I in Traunstein aus. 1928, 1960, 1980 und 2000 folgten weitere Gaufeste, die immer ein großes, trachtlerisches Ereignis in unserer Stadt waren.

Gruppenfoto2000

Im Juli 1894 beteiligten sich die „Trauntaler“ zum erstenmal beim 4. Gaufest in Bad Endorf. Weitere Gau- und Gründungsfeste folgten in den nächsten Jahren. Allein das Vereinsarchiv weist über 170 Fahnen- und Erinnerungsbänder auf. Das älteste Erinnerungsband stammt aus dem Jahre 1897. Schon 1911 feierte der „Trauntaler“ –Verein das 20jährige Gründungs- oder Stiftungsfest mit Festzug und Schuhplattlern im Höllbräukeller. Das 25jährige Vereinjubiläum musste wegen des Ersten Weltkrieges ausfallen. Dafür feierte man 1922 das 30.Gründungsfest im Rokokosaal des Gasthauses Wochinger gebührend. Die Gründer des Vereins wurden damals als Ehrenmitglieder ausgezeichnet. Im Juli 1932 feierte der Verein das 40jährige Gründungsfest. Es war damals kein rauschendes Fest, sondern – der Zeit angepasst – eine Veranstaltung im kleinen Rahmen. Nach dem Zweiten Weltkrieg feierten die „Trauntaler“ im Jahre 1952 das 60jährige Gründungsfest mit dem 70. Geburtstag des Dr. Conrad Adlmaier. Gefeiert wurde wieder im kleinen Rahmen mit Festabend und sonntäglichem Gottesdienst. 1967 wurde das 75jährige Vereinsjubiläum mit einem großen Fest gefeiert. Dazu nahmen 73 Vereine des Gauverbandes I teil. Das 80- und 90jährige Bestehen wurde wieder im Rahmen eines Festabends und sonntäglichem Gottesdienst abgehalten.

Vereinstracht und Historische Tracht

Bei der Gründung des Vereins trugen die „Trauntaler“ Trachtler die graue Miesbacher Joppe und den Gamsbart auf dem Hut. Aber im Laufe der Jahre gesellten sich andere Mitglieder dazu und die einheitliche Tracht des Vereins wurde so verschieden, dass man sich 1921 trotz großer Schwierigkeiten entschloss, die einheitliche Tracht der männlichen Mitglieder durchzusetzen. Laut Protokollbuch des gleichen Jahres heißt es: „Es soll sich jeder nach und nach diese Tracht zulegen“. 1922 trug man dann die Einheitstracht, wie sie heute im Verein getragen wird. Als Festanzug den Chiemgauer Trachtenhut (Dreher), die forstgrüne Joppe, die grüne Tuchweste, das hellblaue Halstücherl, die grün ausgenähte Hose, den sogenannten Achter-Strumpf (später Wössnerstrumpf) und Trachten-Halbschuhe. Im gleichen Jahr wurde bei der Delegiertenversammlung in Rosenheim noch so mancher Verein im Gau beanstandet, weil sie in der Tracht so verschieden sind. Dagegen wurde unser Verein als einer der schönsten und besten in der Trachteneinheit im Gau dargestellt. 1925 wurde noch für die Dirndln die blaugeblümte Tracht eingeführt. Wie heute – nach hundert Vereinsjahren – unsere Tracht aussieht, zeigt die Aufstellung der verschiedenen Gruppen unter “Unsere Tracht”.

Zur historischen Gruppe zählen heute an die 20 Mitglieder des Vereins. Schon 1925 waren beim Traunsteiner Georgiritt etwa 25 Männer und Frauen in historischer Tracht dabei. Die Gruppe beteiligt sich bei vielen Veranstaltungen und Festen sowie bei historischen Trachtentreffen.

Verschiedenes

Traditionsgemäß nehmen die „Trauntaler beim Georgiritt teil.

Georgiritt_1992_Fahnenabordnung

Nicht vergessen darf man das Vereinspreisplattln mit Dirndldrahn, das 4-Vereine- bzw. 6-Vereine-Preisplattln, Volkstanz, Theateraufführungen, Gartenfeste und dergleichen. Dem Verein alle Ehre machen unsere Schuhplattler. Die „Trauntaler“-Plattlergruppe gewann bereits zehnmal im Gau den ersten Gruppenpreis. Zu den Gau-Einzelsiegern zählen Franz Purzeller, Georg Lechner, Hans Mitterer, Karl Rosenegger, Hermann Daxenberger, Anni Kaiser, Barbara Bachmayer. In den 60er Jahren wurde auch mit dem Aufbau einer Kinder- und Jugendgruppe begonnen, die als fester Bestandteil des Vereines erfolgreich geführt wird.

Die verdientesten Trachtenpioniere des Vereines waren in den 20er Jahren Franz Strasser und nach dem Zweiten Weltkrieg Bertl Ober und Albert Geisreiter.

Im Gau waren aus unserem Verein folgende Mitglieder vertreten: Karl Schild (1919 Beisitzer), Lenz Schwangler (1924 bis 1956 Gauvorplattler und Beisitzer), Dr. Conrad Adlmaier (1925 bis 1965 1. und 2. Gauvorstand, 1. Vorsitzender und 1. Schriftführer der Vereinigten Bayerischen Trachtenverbände, Gauehrenvorstand), Bertl Ober (1950 bis 1971 1. Gauschriftführer, Gauehrenschriftführer), Paul Zeiser (1971 bis 1986 1. Gauschriftführer).

In seiner 100jährigen Geschichte hat sich der GTEV „Trauntal“ Traunstein zur Aufgabe gemacht: „Im Sinne der Vereinsgründer die Gebirgstracht zu erhalten, Sitte und Brauchtum zu fördern, alte Tänze weiterhin einzuüben und die Musik und den Gesang der ursprünglichen Volksmusik zu pflegen und getreu dem Wahlspruch „Treu dem guten alten Brauch“ zu handeln.